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Ein '''Weihnachtsbaum''' auch '''Christbaum''' (in , Altbayern, der deutschsprachigen Schweiz und Liechtenstein ausschließlich, im Rheinland häufig) oder '''Tannenbaum''' ist ein geschmückter Nadelbaum, der zur Weihnachtszeit in einem Gebäude oder im Freien aufgestellt wird. Traditionelle Aufstellorte sind Kirchen und Wohnungen. Als Baumschmuck dienen meist Lichterketten, Kerzen, Christbaumkugeln, Lametta, Engels- oder andere Figuren. Dieser Weihnachtsbrauch verbreitete sich im 19. Jahrhundert vom deutschsprachigen Raum aus über die ganze Welt.

Geschichte

Die Verwendung eines geschmückten Baumes hat keinen historisch nachweisbaren Anfang, sondern findet in Bräuchen verschiedener Kulturen ihren Ursprung. Immergrüne Pflanzen verkörperten Lebenskraft, und darum glaubten die Menschen in früheren Zeiten, sich Gesundheit ins Haus zu holen, indem sie ihr Zuhause mit Grünem schmückten. Die ''Encyclopedia Britannica'' führt die Verwendung des Schmucks durch immergrüne Bäume, Kränze und Girlanden als Sinnbild des ewigen Lebens unter den , Chinesen und n an.

Römische Antike

Die bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Durch das Schmücken eines Baums zur Wintersonnenwende ehrte man im Mithras-Kult den Sonnengott. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren, gleichzeitig gab das Grün Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.

Frühneuzeit und Neuzeit

1492 kaufte das Liebfrauenwerk zu Tannen für die Kirchengemeinden der Stadt: ?Item Koüfft 9 Tannen in die 9 Kichspill, das gut jor darjnn zu empfohlen, unnd darumb gebenn 2 Gulden?. Der Urkundentext nennt hier das Neue Jahr als Anlass, wobei aber bis ins 16. Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich der Jahresbeginn auf dem Weihnachtsfest lag.

Von 1521 datiert ein Eintrag in einem Rechnungsbuch der n in Riga und Reval wurden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gegen Ende der Weihnachtszeit Tannenbäume auf den Markt getragen, geschmückt und zum Schluss verbrannt.

Eine der ältesten schriftlichen Erwähnungen eines Weihnachtsbaums wird ins Jahr 1527 datiert. Zu lesen ist in einer Akte der Mainzer Herrscher von ?die weiennacht baum? im Hübnerwald in Stockstadt am Main.

Von 1539 gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, dass im ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Die Zünfte und Vereine waren es schließlich, die ein immergrünes Bäumchen in die Zunfthäuser stellten. In einer Lohnabrechnung der Reichsstadt Gengenbach von 1576 wird erwähnt, dass der Förster ?ime Strohbach? einen ?Wiehnachtsbaum uf die Ratsstuben? gebracht habe.

Frühe Aufzeichnungen über den Christbaum als einen allgemein üblichen Gebrauch stammen aus dem Jahre 1605, wiederum aus dem den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen.

Auch die nächste Nachricht über den Weihnachtsbaum stammt aus Straßburg. In einer zwischen 1642 und 1646 verfassten Schrift ereiferte sich der Prediger am Straßburger Münster Johann Conrad Dannhauer gegen den Brauch, in den Häusern Weihnachtsbäume aufzustellen: ?Unter anderen Lappalien, damit man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begehet, ist auch der Weihnachts- oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, denselben mit Puppen und Zucker behängt, und ihn hernach abschüttelt und abblühen (abräumen) lässt. Wo die Gewohnheit herkommt, weiß ich nicht; ist ein Kinderspiel?.

Popularisierung des Brauchs ab dem 18. Jahrhundert

Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden die Nachrichten über den Weihnachtsbaum dann häufiger. Johann Heinrich Jung-Stilling, 1740 im Nassauischen geboren, scheint eine Erinnerung an seine Kindheit zu bringen, wenn er in seinem 1793 veröffentlichten Das Heimweh von dem hell erleuchtenden Lebensbaum mit vergoldeten Nüssen, zu dem das Kind am Morgen des Christtages geführt wird, spricht.

Von Märchen ''Nussknacker und Mausekönig'' aus dem Jahre 1816 ist das erste Berliner Literaturdenkmal, in dem der lichterglänzende, mit goldenen Äpfeln und Bonbons geschmückte Tannenbaum in der Mitte der Weihnachtsbescherung erscheint.

Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnten sich diese zunächst nur die begüterten Schichten leisten, und die Stadtbevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen. Erst als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden, konnte der städtische Bedarf gedeckt werden.

Obwohl die katholische Kirche lange Zeit der , und breitete sich von da an in allen Gesellschaftsschichten Österreichs aus.

1815 verbot die niederösterreichische Landesregierung ?das Abstämmeln und Ausgraben der Bäume zum Behuf der Fronleichnamsprozessionen, Kirchenfeste, Weihnachtsbäume und dergleichen?. Mit ?dergleichen? waren vermutlich die gemeint, die 1782 als ?grüner Baum mit brennenden Kerzchen bestekket, auf welchem etwelche Pfunde candirtes Zuckerbacht ebenso glänzen wie der vom Reife candirte Kirschenbaum zur Winterszeit schimmert? beschrieben wurden.
Die ersten Christbaumkugeln wurden um 1830 geblasen. Der aus Bayern stammende ließ 1833 zwei ?königliche? Weihnachtsbäume an öffentlichen Plätzen aufstellen, je einen in Nauplion und einen in Athen. Es bildeten sich Menschenaufläufe, welche die geschmückten Bäume bestaunen wollten.

Nach Nordamerika gelangte der Christbaum durch deutsche Auswanderer und Matrosen. Alte US-Zeitungen berichten, habe die typisch deutsche Sitte des beleuchteten und geschmückten Weihnachtsbaums in den Vereinigten Staaten eingeführt ? und dies schon bald nach Ankunft im Bundesstaat Illinois zu seinem ersten Weihnachtsfest in den Vereinigten Staaten im Jahr 1833. Bereits 1832 stellte allerdings der aus Hessen stammende deutsch-amerikanische Schriftsteller und Harvard-Professor Karl Follen als erster einen Weihnachtsbaum in seinem Haus in Cambridge (Massachusetts) auf und führte so diesen Brauch in Neuengland ein.

Christbaum-Versenken

Eine Erweiterung erfuhr das Brauchtum mancherorts durch das Versenken von Christbäumen in Gewässern. So veranstaltet in Klagenfurt der Tauchclub seit den 1960er Jahren

Lieder und literarische Werke

Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Lichterbaum selbst Gegenstand von Weihnachtsliedern und -erzählungen, meist ohne Bezug auf die Geburt Christi:

Lieder
  • '''' (aus Westfalen, 1812)
  • '', 1824)
  • '', 1841; M.: um 1830)
  • '''' (T.: Johannes Carl; M.: Georg Eisenbach, 1842)
Literatur
  • ''Der Tannenbaum'', Märchen von Hans Christian Andersen
  • ''Die Legende vom Tannenbaum'', Gedicht von
  • In der Science-Fiction-Kurzgeschichte ''Das Geheimnis der Titan-Droiden'' (2006) beschreibt der deutsche Autor Frank G. Gerigk, wie ein Jugendlicher auf dem Saturnmond Titan einen Weihnachtsbaum mit aus der Titanatmosphäre ausgeflockten ?Schnee?-Kristallen herstellt.

Andere Bedeutung

Im Zweiten Weltkrieg markierten vor den Luftangriffen alliierter Bomber spezielle Pfadfinder-Flugzeuge das Zielgebiet mit weißen, roten und grünen . Die Bevölkerung bezeichnete diese an Fallschirmen langsam niederschwebenden Leuchtbomben auch als ''Christbäume''.

Literatur

  • 1347). Insel Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-458-19347-0.
  • Oscar Cullmann: ''Die Entstehung des Weihnachtsfestes und die Herkunft des Weihnachtsbaumes.'' Quell Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-7918-2326-4, S. 50?68.
  • : ''Die ersten Christbäume in Österreich. Volkskundliche Studie.'' In: ''Der Alpenbote.'' Wagner, Innsbruck, 1946 (Digitalisat).
  • Oswald Adolf Erich, Richard Beitl, Klaus Beitl: ''Wörterbuch der deutschen Volkskunde.'' (= ''Kröners Taschenausgabe.'' Band 127). 3. Auflage. Kröner, Stuttgart 1974, ISBN 3-520-12703-2, S. 953?954.
  • Guido Fuchs: ''Heiligabend ? Riten, Räume, Requisiten.'' Pustet, Regensburg 2002, ISBN 978-3-7917-1809-5, S. 86?101.
  • Christine Hubka: ''Der Christbaum ist im Paradies gewachsen. Adventkranz, Christbaumschmuck und Weihnachtskrippe erzählen ihre Geschichten.'' Lahn-Verlag, Limburg/Kevelaer 2001, ISBN 3-7840-3231-1 sowie Tyrolia-Verlag, Innsbruck/Wien 2001, ISBN 3-7022-2391-6.
  • Andrea Jakob: ''Bäume leuchtend, Bäume blendend ... ? Eine Geschichte des Weihnachtsbaumes in Thüringen.'' Meininger Museen, Meiningen 2007, ISBN 978-3-910114-11-1.
  • Ernst Moriz Kronfeld: ''Der Weihnachtsbaum. Botanik und Geschichte des Weihnachtsgrüns; seine Beziehungen zu Volksglauben, Mythos, Kulturgeschichte, Sage, Sitte und Dichtung.'' Schulze, Oldenburg/Leipzig 1906.
  • Otto Lauffer: ''Der Weihnachtsbaum in Glauben und Brauch.'' Berlin/Hamburg 1934.
  • : ''Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums.'' Pattloch, Augsburg 1996, ISBN 3-629-00679-5, S. 42.
  • Kurt Mantel: ''Geschichte des Weihnachtsbaumes und ähnlicher weihnachtlicher Formen. Eine kultur- und waldgeschichtliche Untersuchung.'' 2. Auflage. Schaper, Hannover 1977, ISBN 3-7944-0098-4.
  • Camille Schneider: ''Der Weihnachtsbaum und seine Heimat das Elsass.'' Philosophisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, Dornach 1977.
  • Carl Anders Skriver: ''Der Weihnachtsbaum ? Geschichte und Sinndeutung.'' Starczewski, München 1966.
  • Barbara Walter: ''Der Weihnachtsbaum in Brauchtum und Bedeutung.'' GRIN Verlag, München 2012, ISBN 978-3-656-13382-7.

Weblinks

Einzelnachweise